Jürgen Becker kam mit einer Rikscha
Benefiz-Lauf zugunsten eines Mülheimer Beschäftigungsprojekts. Mit dem Erlös will die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim öffentliche Fördermittel gegenfinanzieren.
Benefiz-LaufBild vergrößernPolitiker Jörg Detjen (v.l.) Kabarettist Jürgen Becker und GAG-Vorstand Günter Ott bildeten beim Lauf für den guten Zweck zeitweise ein Dreigespann. (Bild: Schäfers)Mülheim - Jürgen Becker fuhr mit der Rikscha. „Ich leide unter einem kaputten Knorpel im Bewegungsapparat und bin deshalb schlecht zu Fuß“, begründet der Kabarettist die eigenwillige Form seiner Teilnahme an einem Sponsorenlauf. Er folgte der Einladung des Mülheimer Vereins Mach-Mit, so viele Runden wie möglich für den weiteren Ausbau der Mehrzweckhalle zu drehen, in dem sie Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (SSM) ein Beschäftigungsprojekt betreibt. Die ehemalige Lagerhalle der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) steht im Norden Mülheims, direkt am Rheinufer auf Höhe der Straße Am Faulbach.
Becker war nicht der einzige Prominente, der dieser Einladung folgte. Die Teilnehmerliste las sich fast wie das „Who Is Who“ in Köln. Oberbürgermeister-Kandidat Jürgen Roters, SPD-Ratsfraktionschef Jochen Ott und GAG-Vorstand Günter Ott, Bundestagsabgeordneter Volker Beck und Landtagsabgeordnete Andrea Asch (beide Grüne) mit. Jörg Detjen von der Linkspartei war ebenso dabei wie Pfarrer Franz Meurer aus Vingst, der geistige Vater von Hövi-Land, und die Kabarettisten Jürgen Becker sowie Heinrich Pachl. Etwa zwei Dutzend Läufer sammelten Runden, die von Sponsoren mit barer Münze honoriert werden sollten.
„Ich kenne solche Läufe von meiner Tochter und die waren immer ziemlich teuer für mich“, gesteht Jürgen Becker ein. Doch hier tue er es sehr gern, obwohl er ohne Sponsoren wohl wieder selbst zahlen dürfte. Jürgen Roters geht es ähnlich: „Ich bin gut durchtrainiert und schaffe wohl viele Runden. Nur Sponsoren habe ich noch nicht.“ GAG-Vorstand Günter Ott hat es da leichter. Er hat Mitarbeiter mitgebracht, die ihn sponsern. „Von denen gibt es zwischen 50 Cent und einem Euro pro Runde.
“Der Verein Mach-Mit, 1979 gegründet, veranstaltet in jedem Jahr eine Aktion, um vor allem soziale Initiativen im Stadtteil und darüber hinaus zu unterstützen. „Wichtig sind uns dabei Selbsthilfeprojekte, in denen Menschen geholfen wird, Arbeit und Wohnung zu finden“, so Vorstandsmitglied Rolf Stärk. Die Formen seien dabei sehr unterschiedlich. So habe es Galas gegeben, Schiffstouren und Versteigerungen. Rainer Kippe von SSM erinnert sich dabei an eine Aktion im vergangenen Jahr. Da wurde die ehemalige Lagerhalle am Faulbach, in der der Verein tätig ist, stückweise an Förderer „versteigert“: „So übernahm einer die Toiletten, ein anderer ein Stück Dach.“ Der Erlös des Laufs diene als Kofinanzierung staatlicher Fördermittel für den weiteren Umbau der Halle, in der unter anderem alte Möbel für den Verkauf aufpoliert werden. Kippe: „So schaffen wir auch Arbeitsplätze.“